121m
Longline
Letzten Sonntag
baute ich meine SlackPro Longline 121m lang auf. Da ich
ein neues Auto habe und mein altes Verkaufen wollte, der Käufer
allerding auf sich warten ließ, nutzte ich die Zeit um eine Longline zu
spannen. Direkt neben den Baumschulgelände (meinen Arbeitsplatz) liegt
nämlich ein kleiner Bolzplatz mit frisch gemähtem Rasen. Der erste
Fixpunkt war Simpel eine dicke Birke mit borgiker Rinde und
überdemimensioniertem Durchmesser lag leicht schräg aber immer noch
parallel zum Bolzplatz, direkt am Zufahrtstor. auf der anderen Seite
sollte es schwieriger werden. Jenseits des Bolzplatzes ging die Wiese
noch etwas weiter um dann in einen ca. 2m breiten Brennessel-Unkraut
Streifen überzugehen. Dieser wiederum endete in ein kleinen Kanal mit
1m breite. Wiederum dahinter lage eine Wildhecke aus Jungeichen bei der
die stärkste einen ca. 25cm dicken durchmesser hatte. Bei einer Eiche
ist die Rinde (bei ausreichend Schutz) zwar stark genug für diesen Zug
allerdings reicht die Standkraft bei einer 1,8m hoch angebrachten
Longline mit knapp 1,5t Zugkraft dann doch nicht aus so das der Baum
höchstwarscheinlich kippen und entwurzeln würde.

Ich Baute also ein Kräftedreieck
und entlastete die Haupteiche so gut es geht mit zwei ähnlich dicken
Eichen, dort dann natürlich direkt über den Boden um den Stamm geschlungen.
Das Funktioniete nach etwas probieren wunderbar. Nun konnte ich also
eine exakt 121m lange Longline parallel zum Bolzplatz bei der 98% des
Bandes über Wunderbaren weichem Rasen lagen spannen. Auch gab es fast
rundherum Hecken so das alles recht gut Windgeschützt war.

Da der Aufbau recht lange gedauert
hat, lief ich mich am Sonntag lediglich etwas Warm und gewöhnte mich an
die Line, die eigentliche begehung sollte am nächsten Tag stattfinden.
Einige Tage davor habe ich eine 60m (fast) Rodeoline zum Training für
die 120m marke aufgebaut. Ich nahm meine dicke Liane (Das Slackstar
Longway Band) und spannte es minimal (ca. 40-50cm Spannweg) vor. Die
Fixpunkte lagen in 2,6 bzw. 2,8m höhe so das ich gerade noch
dranspringen konnte (zumindest an ersteren). Durch die Senke in der
mitte war die Line dort 2,8m hoch und das obwohl sie sichtbar 50cm auch
ohne Belastung durchhang. Bei Belastung in der mitte bleib dann noch
eine 10-20cm große Kluft zwischen Band und Boden. Bereits der Aufstieg
bedarfte einiges an Übung gelang mit aber nach einiger Zeit sehr
sicher. Insgesamt hatte ich das Band 5 Tage aufgebaut gehabt und bin
immer nach der Arbeit hingefahren, was dann meist recht spät wurde.

Das Trainingsband
Tag 1
Aufbau, Sitzstart üben und laufen bis kurz vor der mitte.
Tag 2
Laufen bis zur mitte mit berühren des Grases (also insgesamt 2,75m
durchhang),
nachspannen, halfmen begehung bei ca. 2,5m durchhang.
Tag 3
Ausfall wegen Regen
Tag 4
Wiese nass, Band nass und in der Senke eine Wasserlache. Trotz dieser
wiedrigen umstände lief ich fast jedes mal bis zur mitte oder darüber
hinaus. Nur eine Komplette begehung scheiterte knapp. Einmal so kanpp
das ich 5 Schritte vor Ziel (die letzten Schritte zähle ich immer um zu
entspannen) unsanft herrunter viel (das war auch der beste Lauf der
gefilmt wurde, bei meiner begehung lief die Kammera leider nicht mit).
Tag 5
Ebenfalls keine begehung da ich alle Läufe in der Dämmerung bzw. später
in der Dunkelheit machte. (Jeder Slackliner weiß wie schwer es ist eine
Slackline zu gehen wenn man das Band kaum noch erkennt bzw. den
Fixpunkt nicht mehr sieht. Dennoch konnte ich gute 50m des Bandes
laufen.) Danach Band abbauen.
Zurück zur 121m Longline. Am Montag
(20.09.10) machte ich meine ersten ernsthaften versuche das Band zu
laufen. Nach zwei Fehlstarts lief ich bis zur mitte und kam, wie
vermutet, am Boden auf (etwas spannung baute sich über nacht ab). Ich
spannte nach und lief dann beim zweiten Versuch bis fast zum anderen
Ende, aber 10m fehlten noch. Dann lief ich wieder einige Versuche über
die mitte hinaus patzte aber wieder. Ich wechselte die Seite startete
über die Brennesseln und leif erneut bis ca. 5m vorm anderen Fixpunkt
und musste dann so knapp vorm Ziel die Line fangen. Eigentlich reichte
mir es dann für den Tag ich war zufrieden und müde wollte aber wegen
der plötzlichen Windstille doch noch einen Versuch wagen. Diesmal
klappte es bis zu der Brennessel stelle also gut 3m vorm Fixpunkt erst
wollte ich absteigen dann allerdings überlegte ich mir doch noch die 3m
über Brennesselstreifen und Wassergraben zu laufen. Als ich gerade den
nächsen Schritt machen wollte verlohr ich die Kontrolle und sprang vor
die Brennesseln runter. Tja ein Jubelschrei blieb aus aber auch das
sonstige gemecker. Ich Wusste nicht ganz ob ich es gelten lassen sollte
oder nicht... beim Versuchten anschließenden Rückweg schaffte ich es
ebenfalls wieder nicht ganz. Die Line lief sich wesentlich einfacher
als die 60m (Rodeo)line aber durch meinen selbst erzeugten druck kurz
vor ende patze ich jedesmal.

Am Dienstag
wollte ich es nocheinmal versuchen. Das Wetter zeigte sich gnädig und
bescherte mir ideale Bedingungen nur ab und an schaukelte sich die Line
etwas auf aber das sorgte für zusätzlichen Reiz. Nach einen "Probelauf"
war ich wieder voll drin und lief viel sicherer als am Vortag. Es
reichte aber noch nicht ganz.

Dann beim dritten versuch aber klappte es
endlich. Ich lief komplett durch also diesmal auch noch über den
kleinen Graben bis zum anderen Fixpunkt. Nachdem ich mich dann auf die
Line fallen gelassen hatte fiehl der Druck von mir ab und ich stieß
einen Jubelschrei herraus. Jetzt endlich war der Bann gebrochen und der
Druck wie weggefegt. Ich trickste nun locker drauf los. Neben vielen
korean Buttbounces versuchte ich alle möglichen Sitzstartmethoden. Es
gelang mir sogar in der mitte der Longline aufzustehen. Auch schaffte
ich ein gutes Stück der Line im schwingenden gang was das Gefühl der
schwerelosigkeit beim Longlinen nochmals verstärkte.
