Große Sprünge neue Ziele, der Rückblick des Slacksommers 2010

Unglaublich viel ist Slacklinetechnisch diesen Sommer bei mir passiert lassen wir also die letzten zweieinhalb Monate nochmal Revue passieren.


Maßgeblich angefangen hat es bei der Outdoor Messe in Friedrichshafen am Bodensee die ich am 17.07 und 18.07.10 besuchte, bereits auf der hinfahrt Zelteten wir einen Tag am Silberteich im Harz, testweise baute ich dort eine Longline über den Silberteich auf mir fehlten allerdings 5m Band bei einer mindestbreite des Sees von 70m. Diese gleichte ich provisorisch mit Rundschlingen aus, an eine begehung bei einen derartigen Aufbau war aber nicht zu denken. Aber zurück zur Messe, der Besuch selbiger stand anfangs noch auf der Kippe, ist doch der Eintritt nur für Fachbesucher und nicht für Privat angereiste freigestellt. Wir durften uns also beim ersten Versuch schlicht keine Karten Kaufen. Beim anderen Eingang konnten wir uns dann, gewappnet mit den Wissen vom ersten Fehlversuch, rein mogeln und das auch noch zum halben Preis. Für den nächsten Tag Messe beschaffte uns Christian Waldner, einer der europäischen Slacklinegrößen der ersten Stunde (www.slackliner.at, Slackline Film „Dimensions“), dann Freikarten für den nächsten Tag, an den dann ja auch der Jumpcontest stattfand. Es war ein Riesen Glück das ich ihn kennen lernen durfte. Durch das Gespräch mit ihn wurde ich Highlinetechnisch dann auch zum Nachdenken angeregt und soweit angespornt das ich es schon bald versuchen sollte. Auch der Jumpcontest puschte mich vom bloßen zusehen so das ich auch selbst endlich wieder neue Tricks probieren sollte. Ich sah die größen der Slackline Szene vor mir Jumpen: Andy Lewis, Bernd Hassmann, Felix Hachfeld, Alpha Mike, Jose Pablo, Nick ten Hoppen und Lukas Irmler. Erster wurde übrigens der Amerikaner Andy Lewis. Die Jury stellten unter anderen Reinhard Kleindl und Thomas Jakob. Auch lernte ich den ersten Vorsitzenden des deutschen Slackline Vereins kennen Frederik Zimmerman, bekannte aus den Slackline Film „Elements“. Leider konnte Michi Aschraber verletzungsbedingt nicht auf die Highline Steigen so blieb dieses Highlight ihn auf der Higline zu sehen leider aus, an seiner statt vollführte allerdings Lukas Irmler verschiedene Tricks in Luftiger höhe.



In den nächsten vier Wochen(enden) baute ich dann insgesamt vier verschiedene kleine Highlines selbstständig auf und machte meine ersten Schritte in neuer Höhe. Die spektakulärste blieb jedoch bei humanen 7m Höhe und 25m Länge. Auch schöpfte ich meine Materialien in dieser Zeit vollkommen aus so das ich die maximal 65m lange Longway line ziemlich Slack mit 2m durchhang Fullman begehen konnte. Ein super Training eine solch schwere, dicke Line (in der Szene nennt man dieses Band nur „die dicke Liane“ was schon alles sagt) so schlapp laufen zu können wie sich später herausstellte.


Keinen Monat nach der Outdoor Messe fuhr ich zum Slackfest in Chemnitz, diesmal mit meiner nagelneuen SlackPro 125m Longline im Gepäck. Vom 13.08 bis 15.08 lernte ich die Szene erneut besser kennen. Unter anderen Sah ich wie die Jungs von Landcrusing ein 210m Monster mit den neuen Aeon Band und 9:1 Base aufbauten. Verpasste allerdings den Probelauf da sie später bereits wieder abgebaut war. Ich lernte Michi und Lukas persönlich kennen die leider bereits wieder Wetterbedingt am 14.08 abreisten. Somit wurde auch nichts aus der eventuellen Highline mit Lukas. Statt dessen lernte ich aber die Jungs von Slackline Project, sowie Fabian Rupprecht (Spirit of Slackline) kennen. Mit denen ich die nächsten zwei interessanten Tage verbringen sollte. Die Reise ging dann also gleich im Anschluss weiter nach Bayreuth wo wir am ersten Tag eine Lockere Slacksession im Stadtpark machten (mit drei Longlines bis 90m). Beim darauffolgenden Tag hatten wir leider etwas pech. Es Regnete den ganzen Tag, beim Aufbau der Highline im Parkhaus wurden wir vertrieben und bei der Jumpline in der Trunhalle hat die Verankerung nicht gehalten. Zum Glück wurde aber niemand verletzt. Dennoch konnte ich mich stark im Jumplinen verbessern und verschob meine Longline Distanz auf 90m.


In den nächsten Wochen wurde es Wetter- und Arbeitsbedingt etwas ruhiger ums Slacklinen ich baute aber verschiedene Longlines auf und verbesserte mich auf knappe 100m. Auch eine 70m Waterline in meiner näheren Umgebung war dabei. Obwohl der See Wunderschön aussieht und zum Slacken einläd entpuppte er sich als ein lediglich 1m tiefer Schlammtümpel. Die Begehung scheiterte druch heftigen Wind und ungewissen Untergrund. Ich kam nicht ganz bis zur hälfte.


Am 11.09.10 startete ich in der Frühe mit meiner Freundin dann zum ersten Norddeutschen Slackfest in Hanerau-Hademarschen (gut 80km nördlich von Hamburg). Als wir ankamen trafen wir erneut Frederik Zimmerman und sahen uns erstmal alles an. Es gab eine 80m Longline die mit den Slackine tools Longlineband gespannt war. Sie lief sich ungewöhnlich weich und leicht. Nach kurzer Eingewöhnung lief ich die beim dritten versuch durch. Danach stellte ich mich in die Reihe zur Highline an. Von selbigen gab es übrigens zwei Stück eine kurze ca. 10m lange im Wald die klassisch an der Line gesichert begannen wird und eine 17m hohe, besser ausgesetzte und 25m lange Highline. Allerdings mit der Kopftechnisch leichteren Sicherungsvariante von Oben an einen weiteren Seil. Eigentlich wollte ich gerne beide gehen aber die Zeit reichte nur für die größere und höhere Highline. Durch die lange Wartezeit vorm Abgrund und die für mich arg große Höhe wurde ich echt nervös und war dankbar für die Überkopfsicherung. Durch diese viel man im falle eines Sturzes lediglich eine Körperlänge nach unten und nicht 1,5 bis 2 Körperlängen wie bei der klassischen Sicherung. Als ich dann dran war rutschte ich 1 bis 2m heraus und versuchte einen Sitzstart bei den ich mich gleich geplant in die Sicherung hab fallen lassen. Endlich war die Anspannung weg. Ich Stieg wieder auf startete und lief los, 5m vor den ende Stürzte ich, stieg erneut auf und lief bis zum ende. Dann starte ich von dort erneut mit einen Sitzstart und lief ganz zurück, halfman. Jetzt brauchte ich eine kurze Auszeit und ließ jemand anderen dran. Ich versuchte mich wieder zu entspannen, was mir allerdings nicht ganz gelingen sollte. Beim nächsten versuch startete ich einen wackligen Sitzstart beruhigte mich aber wieder und lief auch dann ganz durch, Fullman. Da jeder eigentlich nur 10min Zeit für die Highline hat wusste ich das der Rückweg mein letzter wird. Ich lief also bis kurz hinter die mitte und machte einen double Kniedrop, ich kam zwar in die Position des Kniedrop stürzte aber beim Aufsteigen, hätte also fast geklappt. Dann stieg ich wieder auf machte zwei weitere Schritte und Sürfte für einige Sekunden und fiehl erneut diesmal allerdings ohne fangen der Line ganz in die Leash. Ich war dennoch zufrieden es in dieser neuen höhe Probiert zu haben und leif endlich bis zum Fixpunkt zurück. Der Slackfest orgatyp meinte dann nur Cool gemacht Junge. Und ich war erleichtert und wiedermal von neuen Slackline infiziert. Danach war es schon spät geworden und nach kurzen Jumplinen sollte es eigentlich zurück zum Auto gehen, dabei entdeckte ich dann aber eine 140m lange rote Line die sich gerade von einigen Hamburger Slacklinern im Aufbau befand. Ich half beim Spannen und durfte sogar als erster Versuchen. Es war das erste mal das ich auf einer Line deutlich über 100m stand. Aber komischerweise, vielleicht auch wegen dem Landcrusing Band Verve (sehr Leicht 58g/m, und erhöte Dehnung 7% bei 1t), konnte ich sie recht gut Kontrollieren. Ich lief recht einfach das erste drittel und stürzte überraschend. Dann waren die anderen dran. Nach einiger Zeit machte ich meinen zweiten Versuch und kam etwas über die Hälfte. Da es langsam wirklich dunkel wurde und auch noch der Wind auffrischte mussten wird dann allerdings abbauen. Ich half auch dabei noch, ich tauschten Kontakte aus und wir fuhren zufrieden nach Hause. Bei einigen weiteren Versuchen hätte es durch ausklappen können mit der Halfman Begehung.



Das war dann auch der gelungene Abschluss des Slackline Sommers 2010. Mal sehen was der Herbst so bringt. Unter anderen Liebäugle ich seid meiner ersten Highline ja schon mit den 25m hohen und 20m auseinander stehenden Harzer Schnarcherklippen, fehlt noch der Klettererfahrene Slackline Partner für dieses Projekt. Auch möchte ich aus meinen Videomaterial der letzten Monate im Winter eine DVD zusammenschneiden.



Die östliche Schnarcher Klippe im Harz.

Als Schlusswort muss ich noch sagen das die gesamte Slackline Szene einfach einzigartige Charaktere hat. So ungezwungene und freie Geister gibt es selten in einer Bewegung. Auch Charakterlich haben mich die Treffen echt weiter gebracht und ich hoffe immer noch regelmäßige Slackline Partner in meiner näheren Umgebung kennen zu lernen.

© Der Gartenwulf